Meine Meinung zu Werbung in Blogs

Sie begegnet einem überall: TV, Internet, auf den Straßen… Man kann ihr nicht entkommen. Und wer weiß schon, was sie unterbewußt mit uns macht? Ich habe eine Meinung zu Werbung in Blogs und möchte Euch die hier mal erklären.

Dieser Beitrag enthält KEINERLEI Werbung und keine Markennennungen!

Werbung ist allerdings auch ein Thema für alle Blogger und Influencer. Ich gehöre ja nun seit kurzem auch zur ersten Kategorie muß mich daher damit auseinander setzen.

Abmahnungshysterie

Gemäß DSGVO muß ja Werbung gekennzeichnet werden. Was nun schon Werbung ist, ist manchmal schwer abzuschätzen. Reicht schon die Nennung eines Markennamens? Oder muß explizit eine Empfehlung ausgesprochen werden? Auch ich bin da unsicher und handhabe es wie viele Blogger: Ich schreibe „Werbung“ drüber, sobald ich die verwendeten Marken meiner Materialien nenne. Vielleicht übertrieben, aber sicher ist sicher. Und ich habe keine Lust, mich mit der Abmahn-Mafia herumzuärgern. Denn nichts anderes sind diese spezialisierten Anwälte, deren Ausbildung offenbar nicht ausreicht, um richtige Rechtsfälle zu betreuen. Die stattdessen kleinen Webseiten-Betreibern auflauern, um diese kostenpflichtig auf mögliche Fehler hinzuweisen. Welche in der Mehrzahl der Fälle weder auffallen noch von Interesse sind. Es wäre sinnvoller, diese Rechtsverdreher würden ihre Kräfte mal bündeln und gegen die großen Datenkraken und Diensteanbieter vorgehen, die ihre Machtstellung definitiv mißbrauchen. Aber das ist nicht so erfolgversprechend und einträglich… Ich schweife ab… Sorry.

Mein Verständnis von Werbung

Zurück zur Werbung. Nach meiner Meinung ist es noch nicht Werbung, wenn ich die Marken der verwendeten Materialien nenne. Ein Schritt weiter wäre meines Erachtens nach die Empfehlung, etwas Bestimmtes zu verwenden oder die Vorzüge hervorzuheben. Das kann man dann schon als Werbung verstehen. Ganz klar Werbung sind sogenannte „affiliate links“, bei denen eine Art Partnervertrag zwischen dem Blogger und einem Anbieter besteht und man direkt in einen Shop verlinkt wird. Gleiches gilt für shopeigene Blogs – da versteht es sich für mich von selber, daß es sich um Werbung handelt. Das alles ist mein eigenes Verständnis von Werbung – das muß sich nicht mit der Rechtslage, der DSGVO oder deiner Meinung decken. Es handelt sich somit natürlich auch nicht um eine rechtsverbindliche Definition.

Was mich an Werbung stört

Mich stört ein bißchen „Werbung“ in privaten Blogs nicht, erst Recht nicht, wenn es sich tatsächlich um simple Markennennung handelt. Sauber gekennzeichnete affiliate links sind auch okay – ich muß ja nicht beim verlinkten Partner bestellen. Was mich jedoch stört – und das beobachte ich bei einigen Bloggern – ist, daß ein ursprünglich privater Blog mehr oder weniger als Werbekanal für einen bestimmten Hersteller bzw. Shop mißbraucht wird. Wenn für die Beiträge ausschließlich nur noch zur Verfügung gestellte Materialien aus einer Quelle benutzt werden, dann handelt es sich für mich nicht mehr um einen privaten Blog. Selbst wenn eine Werbungskennzeichnung vorhanden ist. Da verliere ich irgendwie die Lust am Weiterlesen. Auch die inflationäre Verbreitung von immer ausdrücklich „Unabhängigen“ finde ich etwas lästig und auch nicht ehrlich. Denn unabhängig sind die gar nicht, sondern bewerben nur (für den Hersteller praktisch kostenlos) ein bestimmtes Produktsortiment.

Ich hoffe, ich werde jetzt nicht mißverstanden. Ich habe nichts gegen die ganzen „Designteams“, in denen fleißige Bienen mit zur Verfügung gestellten Materialien etwas werkeln, was dann im shopeigenen Blog veröffentlicht wird. Es stört mich auch nicht, wenn so etwas dann auf dem eigenen privaten Blog gezeigt wird. Was mich stört ist, wenn sich da auf dem Blog ausschließlich nur noch solche Werbebeiträge befinden. Um so mehr, wenn dann auch noch die „affiliate links“ in den entsprechenden Shop angegeben sind.

Im Gegensatz dazu habe ich nichts gegen Quellenangaben, bei denen der Blogger nicht direkt vom Anbieter beeinflußt wird. Ich habe dagegen durchaus Verständnis, wenn man versucht, ein wenig die Kosten für die Homepage hereinzubekommen, indem man zu einem Shop leitet, der dafür eine kleine Provision gibt. Für mich ist das ein kleiner, aber feiner Unterschied.

Lange Rede, kurzer Sinn

Abschließend kann ich zusammenfassen: Entscheidet der Blogger frei, ob und wohin er verlinkt oder wen er nennt, ist das für mich in Ordnung. Stellt er jedoch Material und Quellen nur vor, weil es ihm aufgetragen wurde und benutzt er seinen Blog AUSSCHLIESSLICH (und nicht nur gelegentlich) als Werbekanal für einen Hersteller oder Shop, dann bin ich raus. Aber das ist – wie gesagt – meine eigene Meinung. Selbstverständlich kann da jeder anders drüber denken. Ich wollte es nur mal gesagt haben.

Viel Text heute, sorry! Nächstes Mal gibt’s aber wieder nicht nur zum Lesen, sondern auch zum Gucken. Versprochen!

Liebe Grüße vom HirschEngelchen
Anka

Eine Antwort auf „Meine Meinung zu Werbung in Blogs“

  1. Schöner Beitrag! Da will ich meinen Senf gern dazugeben… Mich nervt es total, wenn vor jedem Beitrag *Werbung* steht, noch schlimmer ist *Werbung wegen Markennennung*. Dann lese ich – bis auf ganz wenige Ausnahmen – gar nicht mehr weiter.
    Dieses „Angst essen Seele auf“ geht mir völlig gegen den Strich, noch dazu wissen viele nicht einmal, warum sie *Werbung* über ihre Beiträge schreiben. 99% dieser Leute sind NULL informiert und lassen sich von Panikgeschwätz mitreißen. Das ist leider unsere heutige Gesellschaft.
    Wenn es nicht mal mehr erlaubt ist, ohne *Werbung* eine Marke zu nennen, weil man mit einem Produkt zufrieden ist oder weil man es benutzt hat, kann ich meinen Blog gleich dicht machen, denn im Prinzip enthält somit jeder meiner Beiträge Werbung.
    Für mich heißt Werbung, dass ich für die Nennung eines Produkts eine Gegenleistung erhalte. Dann müssen solche Links auch zwingend gekennzeichnet werden. Nenne oder verlinke ich ein Produkt, weil ich damit zufrieden bin oder weil ich es benutze, ist das keine Werbung, sondern Information bzw. höchstens noch eine freiwillige Empfehlung und somit nicht strafbar.

    Wenn ein Blogger seinen Blog als Einnahmequelle nutzt, stört mich das auch nicht, die meisten werden dadurch nicht reich. Ich finde es legitim, dass man mit der ganzen Mühe, die man sich mit seinem Blog macht, auch ein kleines Taschengeld verdienen möchte.
    Was viele aber nicht wissen: Hast du einmal einen Affiliate-Link angeklickt, speichert dein Browser dieses „Kauf-Cookie“ für eine bestimmte Zeit (tlw. bis zu 60 Tage). Kaufst du also zB. erst am nächsten Tag etwas in dem Shop, bekommt der Affiliate noch immer Geld (und zwar für den gesamten Warenkorb, nicht nur für das verlinkte Produkt). Es ist also zwingend nötig, alle Cookies zu löschen, wenn man jemandem diese Einnahme nicht gönnt. 😉
    So, jetzt mache ich aber erstmal Schluss. Ich denke, ich habe meine Meinung klar geäußert. 😉
    Bis bald mal wieder – und gerne mit weiteren „provokanten“ Beiträgen. LG Heike

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